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Ja, Commander? 9. September 2007

Posted by Vorlaut-Boy in Familie.
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Der Feind hat das Wohnzimmer. Die Schallwaffen beginnen mit der Zersetzung der Küche und des Korridors. Diplomaten werden blutig zurückgeschlagen.

Nein, wir befinden uns nicht in Frank Herberts „Dune“, sondern in Territorien, in denen ich das Biowaffenverbot für durchgesetzt hielt. Dennoch hat mein Bruder den festen Entschluss gefasst, alle störenden Elemente auszulöschen und sich meines Zimmers zu bemächtigen.

Mich zu verteidigen wäre ich durchaus im Stande gewesen, aber die Mutter des Feindes (Mama) hat ihm militärischen Zugang gewährt.

Um es auf zivilübliche Weise zu sagen: Mein Bruder bekommt Schreikrämpfe, wenn ich mich seinem Zimmer auf zehn Schritt nähere. Sollte ich mich den Anweisungen des zweijährigen Patriarchen – „geh, geh, geh“ – widersetzen, schickt Mama ihren Super-genervt-Infrarotblick.

So bleibt mir nur noch eingeschränkte Beinfreiheit: Raus aus dem Zimmer, vorbei an der Toilette bis zum Kühlschrank. Weiter geht es nicht. Wenn mein Bruder sich anschickt, und er schickt sich oft an, gewaltsam in mein Zimmer einzudringen, ist alles Flehen und Wehklagen umsonst. Nach etwa zehn Minuten gleicht mein Zimmer dem Nachkriegs-Berlin.

Auf kommende Auseinandersetzungen und Schlimmeres weiß ich mich mit Kriegssimulationen à la „Command & Conquer“ vorzubereiten. Ansonsten bleibt mir nichts als abwarten und gegebenenfalls auf ein schnelles Ende zu hoffen.

Könnte sich jemand erbarmen, Hilfe zu schicken? Greenpeace würde meinen Bruder zu Versuchszwecken in einen Glaskasten packen. Eine konventionelle Abführung mit großräumig abgesperrten Gebieten und Bundeswehr vor Ort wäre mir allerdings lieber.

Wer andere Ideen hat, soll kundtun.

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